Nach schueler/studiVZ nun noch meinVZ…Wo soll das noch hinführen?! 11
Mit einem misstrauischen Interesse vernahm ich vor ein paar Wochen, dass sich zu den bisherigen deutschen Sozialen Vorzeige-Netzwerken Schueler- und StudiVZ nun auch noch ein drittes Netzwerk der Holtzbrinck-Gruppe gesellt. Der neue Ableger nennt sich MeinVZ und soll die Leute ansprechen, die weder eine Schule besuchen, noch studieren.
Nun möchte ich an dieser Stelle einmal meinem Unmut freien Lauf lassen und an die tollen Macher des Web2.0 da draußen appelieren, doch endlich mal die Augen auf zu machen.
Die Fragen die mich in dieser Zeit bewegen sind, warum ein Verlag nach zwei erfolgreichen Netzwerken noch ein drittes eröffnen muss, warum Leute so gutgläubig mit ihren eigentlich vertraulichen Daten im Internet umgehen und wohin der ganze Social-Network-Boom noch hinführen soll.
Als Person, die zur Zielgruppe der oben genannten Netzwerke gehören sollte, weiß ich ein wenig wie sie in der ‘Szene’ gehandhabt werden, obwohl ich -stolzerweise- in keiner dieser Communities angemeldet bin. So stehe ich der ganzen Entwicklung in dieser Hinsicht sehr skeptisch gegenüber. Kaum ein Jugendlicher ist heutzutage nicht in einem dieser Netzwerke angemeldet, weil er sonst schlicht uncool ist.. Warum auch noch altmodisch telefonieren, wenn man sich doch auf der Pinnwand des Freundes verewigen kann. Dies fördert natürlich die Abhängigkeit von solchen Seiten, weshalb sie auch bestimmt bei vielen die Startseite darstellen. Und einmal angemeldet geht der Wahn auch schon los. Schnell Freunde sammeln, denn sonst ist man natürlich der Außenseiter. Und hierbei gilt: Viel hilft viel. Gleiches Motto bei den Gruppen, welche die Interessensbereiche der User reflektieren. So findet man wiederum neue Freunde – echt toll wie einfach sowas heute ist. Und nicht zuletzt hilft einem die Community dabei neue Bekanntschaften aus dem REALEN Leben ‘anzusprechen’. Das kostet weniger Überwindung und über die Interessen der ausgewählten Person weiß man ja glücklicherweise auch schon bescheid.
Fazit: Fehlt eigentlich nur noch eine Webcam-Funktion, dann braucht man garnicht mehr den heimischen PC verlassen, um Freunde zu sehen – das wärs doch.
Nicht mehr allzu lustig ist es dann, wenn man die ganze Sache aus Sicht des Datenschutzes betrachtet. Für mich einfachen Laien heißt das, es ist unverständlich wie locker manche User mit ihren Daten im Internet umgehen. Wie kurzsichtig muss man sein, dass man glaubt nur die eigenen Freunde würden meine Seiten anschauen. So machen verschiedene Funktionen, wie die Unsichtbar-Funktion das Leben für Stalker, Hobby-Spione und ähnliche Gruppen äußerst bequem. Aber dieser Gedanke stört nur das schöne Bild des Freunde-Netzwerkes wo sich alle lieb haben. Ein Schelm wer Böses denkt.
Und der Punkt, dass sich der Verbraucherschutz auch schon mit dem Thema beschäftigt hat, sollte eigentlich jeden wenigstens ein bischen zum Denken anregen.
Siehe: Verbraucherschützer feuern juristisch gegen StudiVZ
Zuletzt noch ein Blick über den Horizont von Schueler-/Studi-/meinVZ hinaus: Ziemlich zeitgleich mit meinVZ startete die deutsche Variante von Facebook, der Amerikanischen Mutter aller Sozialen Netzwerke. Doch damit nicht genug: Googles Community Orkut, Xing oder MySpace bieten dem Neuling genug Auswahl in Sachen Plattform an. Stellt sich also nur noch die Frage, wo die meisten Freunde angemeldet sind, denn sonst wird man auch nicht cooler.
In diesem Sinne,
BlueYersey
P.S.: Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Seid ihr glückliche Nutzer eines solchen Netzwerkes oder seht ihr das alles auch eher mit Vorsicht? Verewigt euch in der Pinnwand äh in den Comments

Ein Großteil der Studi/Schüler/was_auch_immer VZ Nutzer ist sich wahrscheinlich gar nicht über die Aussagekraft seiner Daten im Klaren und stempelt diese leichtfertig als eine unwichtige Information über sich selber ab, ähnlich wie Haarfarbe oder Schuhgröße. Klar ist jedoch, dass die Daten in den falschen Händen nicht nur eine Menge Schaden anrichten können, sondern dass man dadurch mehr und mehr zum gläsernen Individuum verkommt. Wo bleibt zum Beispiel die Anonymität von Fotos, die irgendwo reinzufällig entstanden sind und in der Folge im VZ auftauchen, wo Herr X und Y ungehindert kommentieren und philosophieren können. Na klar, so wird man sagen, kann man Bilder löschen lassen, wo man nicht gesehen werden will, aber woher weiß man denn, auf welchen Bildern man überhaupt überall vertreten ist? Oder will man die gesamte Datenbank des VZ durchforsten – eine unrealistische und für die meisten Nutzer völlig utopische Vorstellung – auf der Suche nach Dingen, von denen man nicht einmal weiß, ob sie überhaupt existieren. Viele spielen mit dem Argument, dass das VZ die ideale Basis ist, um alte Schulfreunde, verlorene Kumpels oder wen auch sonst wieder zu treffen – klar ist das alles schön und gut, nur zu welchem Preis macht man das, man bezahlt keinen Geldbetrag, jedoch liefert man mit seinen Daten einen unbezahlbaren Wert. Wo man gerade beim Preis ist, komisch, dass die VZ keine Gebühren verlangen – wenn sie welche nehmen würden, wäre sicherlich nur die Hälfte angemeldet – jedoch stellt sich dann die Frage, ob die Werbung, die seit neustem ja auch individuell auf den Kunden geschnitten sind, also offensichtlich auf der Basis der zur Verfügung gestellten Daten hergestellt wird, ausreicht um die Masse an Datentraffic zu finanzieren. Zu Ohren gekommen ist mir allerdings, dass man mit dem Verkauf von e-Mail Adressen beispielsweise gutes Geld machen kann. Komisch, muss man nicht beim Einloggen in die VZ eine e-Mail Adresse vorweisen? Sicherlich ein Zufall. Abschließend hoffe ich, dass die vernünftigen Leute ein wenig Luft in ihr Gehirn lassen und allen anderen, die immer noch stur anderer Meinung sind wünsche ich in Zukunft viele schöne Post. Herzlichst master_ap
Nungut da wird doch gleich bei der Registrierung mit “Finde heraus, wer wen über welche Ecken kennt.” geworben. Heißt nichts weiter, als dass mein gesamtes soziales Netzwerk offen gelegt wird … und daran hab ich nich wirklich viel Interesse!
Mal weiter geschaut: “Was bringt mir das?” – Was man dort findet, klingt für mich auch nach nem gefund’nen Fressen für Stalker, Werbeagenturen, oder alle die meine Daten zu kommerziellen Zwecken nutzen wollen.
Mein spam-mail-account is leider schon viel zu sehr gefordert, sonst hätt’ ich mich doch glatt mal als Peter-Paul angemeldet
Und eigentlich is alles doch nur halb so wild, denn “Dabei hast Du stets volle Kontrolle über Deine Privatsphäre: Du bestimmst präzise, wer welche (Kontakt-) Daten von Dir sehen darf und wer nicht.” Gespeichert sind die Daten trotzdem und ich habe keine Ahnung wer die Daten wirklich einsehen kann. Schalte ich den Zugriff nur für Freunde frei, stellt sich mir die Frage nach dem Warum. Die wissen’s doch; wozu sollte das dann gut sein? Also stellt man seine Daten auch für Unbekannte zur Verfügung die einen ja um diese oder jene Ecke kennen könnten.
Wie sich das für nen Beitrag von mir gehört, muss ich master_ap in (mindestens) einem Punkt widersprechen. Und zwar gibt’s ne Übersicht auf wievielen Bildern du verlinkt bist. Was dann genau wie mit “Freunden” in regelrechten Wettkämpfen ausartet. “Hey ich hab fünf Freunde mehr als du.” ~ “Dafür bin ich auf zwölf Bildern mehr verlinkt.” :rolleyes: (Alles zur Weiterbildung mitbekommen.)
Ich bin zwar nicht auf diesen VZ-Seiten angemedet und auch nich bei myspace, aber frei von Sünde bin ich sicher nich. the social music revolution nennt sich das Ganze oder besser bekannt als last.fm. Allerdings bin ich mir einigen Risiken dessen bewusst und nehme sie in Kauf. Jeder kann sehen wann ich welche Musik gehört habe. Aufgrund meiner geregelten Arbeitszeiten, die Schichtdienst und Wochenendarbeit beinhalten, soll daraus mal jemand schlau werden. Und damit “jeder” sieht was ich höre, hab’ ich mich ja schließlich dort angemeldet!
Neue Freunde kann man dort natürlich auch finden. Von denen die bei mir drin stehn, hab’ ich drei über last.fm “kennen gelernt”. Klingt verdammt nach sozialem Netzwerk?! Stimmt, kann ich nich viel gegen sagen, nur dass wer clever is keine Bilder von sich (auf denen er erkennbar ist) reinpackt. Viel wichtiger sind für mich allerdings meine “Nachbarn” und die “Vorschläge” von last.fm. Was ich alles an neuen Bands kennengelernt hab.
Dass ich aus Leipzig komme, entgeht bei meiner Gestaltung meiner last.fm-Seite wahrscheinlich nur nem Blinden. Aber hey auf welcher Seite hinterlasse ich gerade mein Kommentar? Wie hieß der link noch gleich??
Nochwas zum gläsernen Individuum: Wer war denn dabei sein Nachtleben hier zu dokumentieren? Ausserdem hinterlässt du egal was du im Internet machst Spuren, die wenn jemand wirklich will verfolgen kann.
Zum Schluss hab ich nochn Lied gefunden: Pascow – Joe Strummers Gewissen [link]
S.Wiesel
kleine ergänzung zu deinem kommentar: es gibt auch bilder von sich im VZ, auf denen man zwar abgebildet, allerdings nicht verlinkt ist
dann weiß niemand dass du das bist …
hab mal ne sehr interessante seite gefunden:
http://www.blogbar.de/archiv/2006/11/23/studivz-700-stalker-und-der-datenschutz/
“dann weiß niemand, dass du das bist”
–> naja ich bin zwar nich drauf verlinkt, aber doch drauf erkennbar und wer weiß wie ich aussehe wird mich erkennen und somit weiß man dann schon, dass ich das bin
logisch dass leute die dich kennen, dich auch auf nem bild wiedererkennen. alles andere wäre n bissl arg seltsam. hast ne phobie auf bildern drauf zu sein oder was? aufm kursfoto biste ja auch drauf, wer weiß wer das alles hat… oh man und in der abizeitung auch. nicht zu vergessen deine fussballbilder …
ich verstehe nach wie vor nich was daran schlimm sein soll, sein gesicht im internet wiederzufinden, ohne namen ohne alles. einfach nur das gesicht.
nc
für Interessierte: http://chaosradio.ccc.de/cr134.html
lohnt sich, wie jede Folge vom Chaosradio
/slap myself — aus unüberwindbaren gründen musste ich mich nun auch im stasi vz anmelden
Schon das Gesicht, ist zu viel
Schließlich arbeiten gewisse Leute an automatischer Gesichtserkennung.
Die ist für Überwachungkammeras gedacht, aber nichts spricht dagegen die Technik im Internet einzusetzen.
Alle älteren Semester waren beim Start vom VZ zurückhaltend, die Jungschen haben sich drauf gestürzt. Ich streite nicht ab, dass es nützlich sein kann. Aber bitte mit einmal Nachdenken. Manch einer kommt zum Schluss er habe nichts zu verbergen, und schreibt alles rein. Wer nichts zu verbergen hat hat keine Geheimnisse, jeder hat kleine Geheimnisse.
Wenn einer Lehrer werden will und dort die “nicht positiven” Partyfotos rein stellt, geht der Lehrerkandidat davon aus, dass er die vor seiner Bewerbung löscht. Was ist wenn die Bilder, aber durch eine Sicherheitslücke, “geklaut” werden und dann in verschieden Tauschbörsen kursieren? Die bekommt der Lehreranwärter nie wieder aus dem Netz raus. Selbst die kleinen Kinder wissen manchmal durchaus mit Technik umzugehen. Wie sich das dann auf das Ansehen des Lehrers auswirkt, sei dahingestellt.
Es gibt für und wieder. Die Mischung macht es. Bis jetzt konnte ich mich einiger Maßen drücken.
ps: das vz ist so miserabel zusammengeschustert, bäh. Naja, Mädchen interessieren sich nicht für Html-Standards, die surfen sowieso mit dem IE.